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Smart City Index 2026: Stuttgart verdrängt München an der Spitze – Bewegung in den Top 10
Stuttgart ist erstmals die digitalste Großstadt Deutschlands. Das geht aus dem Smart City Index 2026 hervor, den der Digitalverband Bitkom Anfang September in Berlin vorgestellt hat. Die baden-württembergische Landeshauptstadt erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten und verdrängt damit das bisherige Spitzenduo München (92,0) und Hamburg (91,5) auf die Plätze zwei und drei. Den Angaben zufolge wurden für das Ranking alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern untersucht.
Die Spitze des Rankings bleibt insgesamt eng beisammen: Die ersten zehn Städte trennen den Angaben zufolge nur gut sieben Punkte. Hannover belegt Rang sieben (88,2), Bochum Rang acht (87,2) und Leipzig Rang neun (85,9).
So ist der Index aufgebaut
Der Smart City Index erscheint nach Angaben des Verbands zum achten Mal. Für die Ausgabe 2026 erfassten Bitkom-Expertinnen und -Experten nach eigenen Angaben 14.442 Datenpunkte, die aus 174 Parametern je Stadt zu 39 Indikatoren zusammengefasst wurden. Bewertet werden die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Die Erhebung fand laut Methodenhandbuch zwischen April und Juli 2026 statt; neben quellenbasierten Selbstauskünften der Kommunen flossen amtliche Daten ein, darunter der Breitbandatlas und die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur, die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts sowie das Dashboard Digitale Verwaltung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.
100 Punkte in einer Kategorie bedeuten dabei nicht, dass eine Stadt vollständig digitalisiert ist, sondern dass sie in allen Indikatoren den besten vorhandenen Wert aller 83 untersuchten Großstädte aufweist. Die fünf Teilwertungen gehen nach Angaben des Verbands mit gleicher Gewichtung in den Gesamtindex ein. Neu aufgenommen wurden in diesem Jahr unter anderem die Bewertung von IT-Sicherheit und der Einsatz von KI-Assistenten in Behörden sowie die digitale Wärmeplanung und das Energiemonitoring kommunaler Gebäude.
In der Kategorie Verwaltung bewertet der Index erstmals auch die IT-Sicherheit kommunaler Systeme sowie den Einsatz von KI-Assistenten in Behörden. Erlangen erreicht in dieser Kategorie der Präsentation zufolge die volle Punktzahl bei den abgefragten Leistungen des Onlinezugangsgesetzes und erhält Bonuspunkte für IT-Sicherheit.
Warum Stuttgart die Spitze übernommen hat
Stuttgart erreicht laut der Bitkom-Präsentation den ersten Platz in der Kategorie Energie und Umwelt, unter anderem durch digitale Wärmeplanung und Energiemonitoring in allen kommunalen Gebäuden. In der Verwaltungswertung verbesserte sich die Stadt demnach um zwölf Plätze auf Rang drei: Nach Verbandsangaben wird KI in allen Ämtern genutzt, sämtliche abgefragten Leistungen des Onlinezugangsgesetzes sind verfügbar, hinzu kommen Bonuspunkte im Bereich IT-Sicherheit. Als Best Practice nennt der Bitkom die KI-gestützte Protokollierung von Sitzungen und Besprechungen.
München liegt der Auswertung zufolge in vier von fünf Kategorien in den Top 10 und erreicht unter anderem Platz zwei bei Mobilität und IT und Kommunikation – Letzteres vor allem wegen der digitalen Infrastruktur und kommunaler Datenangebote wie Open-Data-Portal, Geoportal und einer urbanen Datenplattform. Hamburg sichert sich dem Bericht zufolge mit 100 Punkten den ersten Rang in der Kategorie Mobilität, insbesondere durch den flächendeckenden Einsatz smarter Ampeln, sowie Platz eins bei IT und Kommunikation mit einer Glasfaserverfügbarkeit von 80 Prozent gegenüber einem Durchschnitt von 46 Prozent. In der Gesamtwertung liegt die Hansestadt den Angaben zufolge wegen des Rückstands in der Kategorie Verwaltung hinter München.
Deutliche Bewegung zeigt der Index auch dahinter: Nürnberg verbesserte sich um vier Plätze auf Rang vier (91,3), Düsseldorf folgt auf Platz fünf (90,9) vor Köln (89,0). Aachen kletterte um sechs Plätze auf Rang zehn (85,5) und steigt der Präsentation zufolge in der Kategorie Energie und Umwelt um 22 Plätze auf Rang zwei – unter anderem mit Umweltmonitoring, digitaler Wärmeplanung und intelligenter Straßenbeleuchtung. Als Best Practice hebt der Verband die Virtuellen Bürgerdienste hervor, einen vollständig digitalen Verwaltungszugang mit persönlicher Beratung über eine eigens für den kommunalen Einsatz entwickelte Videochat-Plattform.
Aufsteiger des Jahres
Die größten Sprünge machten laut Bitkom mittelgroße Großstädte. Mönchengladbach verbesserte sich demnach um 18 Plätze auf Rang zwölf (84,8) und steht erstmals in den Top 20 – unter anderem durch eine KI-gestützte Verkehrssteuerung, mit der sich die Stadt bei Mobilität um 24 Plätze verbesserte. Erlangen kletterte um 19 Plätze auf Rang 56 (69,7), nachdem sich die Verwaltungswertung um 43 Plätze verbessert hatte; nach Verbandsangaben sind dort 100 Prozent der abgefragten OZG-Leistungen verfügbar. Hildesheim legte ebenfalls um 19 Plätze auf Rang 60 (68,8) zu, mit deutlichen Anstiegen bei Energie und Umwelt (+30) und Verwaltung (+26). Bremen erreicht mit 78,9 Punkten Rang 29 und hat sich damit den Angaben zufolge innerhalb von zwei Jahren von Platz 71 verbessert.
Für Städte und Gemeinden soll der Index nach Angaben des Verbands als Orientierungshilfe und Anreiz für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors dienen. Die Ergebnisse sind für jede der 83 Städte einzeln abrufbar; eine qualitative Auswertung in Form eines ergänzenden Studienberichts will der Bitkom voraussichtlich Ende 2026 veröffentlichen.
Das Ranking misst den Stand der kommunalen Digitalisierung auf Basis von Selbstauskünften und amtlichen Statistiken – es bildet damit nach eigenen Angaben den Ist-Zustand der untersuchten Indikatoren ab, nicht die tatsächliche Nutzung digitaler Angebote durch die Bevölkerung. Der Bitkom weist zudem darauf hin, dass alle 83 Städte die Möglichkeit genutzt haben, ihre Daten selbst bereitzustellen und mit Quellen zu belegen.



