Wärmepumpen in Deutschland: Marktanteil bei neu installierten Heizungen steigt auf 55 Prozent

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Der Anteil der Wärmepumpen am deutschen Heizungsmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 erstmals mehr als die Hälfte aller abgesetzten Wärmeerzeuger erreicht. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), auf die sich der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) beruft, entfielen 55 Prozent der im ersten Halbjahr verkauften Heizungsanlagen auf Wärmepumpen. Damit setzt sich ein Aufwärtstrend fort, der bereits das Jahr 2025 geprägt hatte.

Für das Gesamtjahr 2025 hatte der BWP Anfang 2026 einen Absatz von 299.000 Heizungs-Wärmepumpen gemeldet. Das entspricht nach Verbandsangaben einem Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der BWP wertete das Ergebnis als erfolgreiches Absatzjahr für die Branche und verwies zugleich darauf, dass der Markt stark von den Förderbedingungen abhängig bleibe.

Absatz und Marktanteil

Die Entwicklung verläuft seit 2024 in Wellen. Nach einem Absatzeinbruch im Jahr 2024, den Branchenvertreter vor allem auf verunsicherte Käufer und eine ausgesetzte Förderkulisse zurückführen, erholte sich der Markt 2025 deutlich. Die vom BWP veröffentlichte Pressemitteilung vom Januar 2026 spricht von 299.000 abgesetzten Geräten; der Verband hatte seine Prognose im Jahresverlauf auf rund 300.000 Einheiten korrigiert.

Mit 55 Prozent Marktanteil im ersten Halbjahr 2026 verkauften sich Wärmepumpen nach den BDH-Zahlen häufiger als alle fossilen Wärmeerzeuger zusammen. Gasheizungen, die über Jahre das meistverkaufte Heizsystem in Deutschland waren, liegen damit erstmals dauerhaft hinter der elektrisch betriebenen Technik zurück. Die Zahlen beziehen sich auf den Absatz von Wärmeerzeugern insgesamt, nicht auf den Bestand.

Im Gebäudebestand sieht das Bild anders aus: Dort heizt nach wie vor eine deutliche Mehrheit der Haushalte mit Gas oder Öl. Der hohe Neuanlagenanteil der Wärmepumpe verändert den Bestand daher nur schrittweise. Fachleute des Verbands weisen darauf hin, dass die Umrüstung des Bestands über Jahrzehnte laufen wird.

Rückblickend hatte der Markt starke Schwankungen durchlaufen: Im Jahr 2022 war der Absatz von Wärmepumpen nach Angaben des BDH auf 236.000 Geräte gestiegen, 2023 folgte mit 356.000 verkauften Anlagen ein Rekordjahr, bevor der Markt 2024 nach dem Auslaufen zeitlich befristeter Zusatzboni und politischen Debatten um das Gebäudeenergiegesetz deutlich einbrach. Die Erholung 2025 und der hohe Marktanteil im ersten Halbjahr 2026 ordnen Branchenvertreter als Rückkehr auf den Wachstumspfad ein – bei insgesamt niedrigerem Niveau als im Rekordjahr 2023.

Förderung als wesentlicher Treiber

Ein zentraler Grund für die Nachfrage ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Angaben des Gebäudeforums werden Wärmepumpen als Einzelmaßnahme im Rahmen der BEG EM mit Zuschüssen von bis zu 28.000 Euro pro Wohneinheit gefördert. Die Fördersätze hängen unter anderem vom Haushaltseinkommen, der Geschwindigkeit des Heizungstauschs und dem verwendeten Kältemittel ab.

Das Portal LichtBlick weist in seiner Förderübersicht darauf hin, dass Eigentümer bei Erfüllung aller Bonuskriterien bis zu 80 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten erhalten können. Wichtig sei demnach, den Antrag vor Beginn der Arbeiten zu stellen. Die Förderung wird über die KfW beziehungsweise das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt.

Die Zahlen deuten auf einen engen Zusammenhang zwischen Förderkulisse und Absatz hin: Dem statistischen Überblick der Deutschen Wärmepumpen-Beratung zufolge standen den 299.000 abgesetzten Wärmepumpen im Jahr 2025 rund 288.000 erteilte Förderzusagen gegenüber. Branchenvertreter betonen deshalb regelmäßig, dass verlässliche Rahmenbedingungen für die weitere Marktentwicklung entscheidend seien.

Auch in Europa beobachtet die European Heat Pump Association (EHPA) eine Erholung des Marktes, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Während Deutschland und Frankreich wieder Zuwächse meldeten, gingen die Verkaufszahlen in Österreich jüngst zurück. Die europäische Industrie weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen für die heimische Produktion hin: Ein Großteil der in Deutschland verkauften Geräte stammt nach Branchenangaben aus europäischen Werken.

Technik und Voraussetzungen im Bestand

Ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet, hängt nach übereinstimmender Einschätzung von Verband und Energieberatern vor allem von der Vorlauftemperatur der Heizanlage ab. Gebäude mit Fußbodenheizung oder ausreichend dimensionierten Heizkörpern kommen mit niedrigen Temperaturen aus und erreichen höhere Jahresarbeitszahlen. In unsanierten Altbauten kann eine hydraulische Abgleichung oder der Austausch einzelner Heizkörper notwendig sein.

Die Anschaffungskosten liegen nach Marktbeobachtungen deutlich über denen einer Gasheizung, was die Bedeutung der Förderung erklärt. Betriebskosten hängen dagegen vom Verhältnis aus Strom- und Gaspreis ab. Der BWP verweist in diesem Zusammenhang auf die Effizienz moderner Geräte, die aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme bereitstellen.

Für die kommenden Jahre rechnet die Branche mit einer weiteren Normalisierung des Marktes. Entscheidend werden nach Einschätzung der Akteure die Stabilität der Förderrichtlinien, die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Preisentwicklung bei Strom sein. Ob das von der Politik ausgegebene Ziel von 500.000 neu installierten Wärmepumpen pro Jahr erreichbar ist, bleibt offen; die aktuellen Halbjahreszahlen liegen auf einer Jahressicht noch darunter.

Auch bei der Lieferkette meldet die Branche Entspannung: Engpässe bei Kompressoren und elektronischen Bauteilen, die 2022 und 2023 die Lieferzeiten belastet hatten, sind nach Herstellerangaben weitgehend aufgelöst. Hersteller und Handwerk weisen parallel darauf hin, dass die Ausbildungskapazitäten im Heizungsbau gestiegen seien. Der BWP hat zudem ein Zertifizierungsprogramm aufgelegt, mit dem Qualitätsstandards bei Planung und Montage gesichert werden sollen.

Quellen

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